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Diese Webseite liefert viele Fragen & Antworten zu den Themen "Magersucht, Bulimie, Binge-Eating":
Magersucht, bekannt als "Anorexia Nervosa", wurde zum ersten Mal von
Charles Lasegue im Jahr 1873 beschrieben. Vor 30 Jahren war es noch
eine seltene Krankheit. Jetzt steigen die Zahlen der Krankheitsfälle
ständig. Die Meisten der Betroffenen sind zwischen 13 und 20 Jahre
jung. Leider erreicht die Krankheit jetzt bereits 8 bis 10-jährige
Mädchen und Jungen.Eine der beiden neuen Therapieformen ist die „Kognitive Verhaltenstherapie“ (KVT). Hier soll das Essverhalten der Frauen normalisiert und die mit der Essstörung verbundenen Probleme bearbeitet werden, wie etwa die Fähigkeit, Konflikte und Probleme zu lösen. Die zweite Therapieform ist die „Fokal psychodynamische Psychotherapie“ (FPT). In dieser sollen vor allem ungünstige Beziehungsgestaltungen und die Verarbeitung von Gefühlen bearbeitet werden. Sowohl KVT als auch FPT verlaufen jeweils in 40 ambulanten Einzelsitzungen über einen Zeitraum von etwa zehn Monaten. Die Teilnahme an der Studie ist für die Betroffenen kostenlos.
Bestimmte Voraussetzungen schließen eine Teilnahme an der bis Ende 2009 laufenden Studie jedoch aus. Dazu zählen zum Beispiel schwere psychische Erkrankungen, akute Selbstmordgefahr, Drogenmissbrauch, Einnahme von Neuroleptika und Schwangerschaft. Auch wenn das Untergewicht vor allem körperliche Ursachen hat sowie bei einer bereits laufenden Psychotherapie ist eine Teilnahme nicht möglich.
Das Universitätsklinikum Erlangen hat unter der Telefonnummer 09131/85-35927 eine Hotline eingerichtet, unter der sich Freiwillige für eine Studienteilnahme melden oder weitere Informationen einholen können.
Magersucht ist nach Meinung von Experten die psychische Krankheit mit
der höchsten Sterblichkeitsrate. Bis zu 15 Prozent der Betroffenen im
Erwachsenenalter würden an den Auswirkungen der Krankheit sterben,
sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen
(DGESS), Manfred Fichter, am Mittwoch in München. Von Donnerstag bis
Sonntag diskutieren Experten bei einer Tagung in Prien am Chiemsee über
dieses Thema.
Die meisten Betroffenen sterben nach Auskunft Fichters an den
direkten Folgen der Mangelernährung, aber auch die Zahl der Selbstmorde
ist hoch. Nur rund die Hälfte der Patienten könne wieder ganz geheilt
werden. "Essstörungen werden oft belächelt, aber es ist wichtig, dass
sie ernst genommen werden", sagte der Mediziner. Aus diesem Grund hat
die DGESS auch zu einer Mahnwoche aufgerufen, die an diesem Sonntag zu
Ende geht.
Nach Schätzungen der Gesellschaft leiden in Deutschland rund
sechs Prozent aller Frauen zwischen 15 und 35 Jahren an Magersucht oder
einer anderen Essstörung wie etwa Bulimie (Ess-Brech-Sucht). Bei
Männern sind Essstörungen seltener: Auf zehn Frauen kommt
durchschnittlich ein Mann. Auch die Therapie der Krankheit sei bei
Männern einfacher. "Männer wollen Muskeln haben und bei der Magersucht
schmelzen irgendwann auch die weg. Und dann sind Männer leichter zu
motivieren, wieder etwas zu essen", so Fichter, Chefarzt der
Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee.
Als Ursache für Essstörungen gelten unter anderem äußere
Belastungen wie Stress und starke Selbstwertprobleme. Hinzu kommen oft
Depressionen. "Der Patient denkt dann nur noch an Essen, Nahrung,
Gewicht, Figur", beschrieb Fichter. Die Therapie von Essstörungen sei
nicht einfach. Medikamente würden bei den Kernsymptomen der Magersucht
überhaupt nicht helfen. Auch sind viele medizinische Einrichtungen nach
Einschätzung Fichters noch nicht gut genug für eine derartige Therapie
gerüstet. Hier müsse noch mehr geforscht und besser informiert werden.
Weitere Informationen unter: http://www.dgess.de oder http://www.essprobleme.com
Die Modemarke Nolita muss ihre Skandal-Werbekampagne mit einer Magersüchtigen stoppen, entschieden italienische Behörden. Starfotograf Toscani kündigte eine Klage an.
Die Kampagne gegen Magersucht des italienischen Modefotografen Oliviero Toscani für die Fashion-Marke Nolita ist verboten worden.
Die italienische Werbeaufsichtsbehörde IAP befand: "Werbung muss die Würde des Menschen in all ihren Formen respektieren." Gegen diesen Grundsatz verstoße die Abbildung des ausgemergelten Frauenkörpers.
Anlässlich der Mailänder Modewoche hatte Toscani ein Foto des an Magersucht leidenden Modells Isabell Caro entworfen, das seitdem zahlreiche Plakatwände von Mailand bis Rom ziert. Mit "No. Anorexia" wollte er auf die Problematik des Schlankheitswahns, der "in den meisten Fällen durch von der Modeindustrie geschaffene Stereotype entsteht", aufmerksam machen, teilte Nolita mit. Toscani hat bereits angekündigt: "Ich werde vor Gericht ziehen und moralischen und materiellen Schadenersatz fordern."
Berühmt wurde Toscani Mitte der 80er Jahre mit seinen umstrittenen Benetton-Fotos, die etwa einen Aids-Sterbenden und das blutige Hemd eines Kriegstoten aus Bosnien zeigten.
Traurig aber wahr: Fast die Hälfte aller Models leidet an Essstörungen.Eine britische Kommission empfiehlt jetzt strengere Regeln für die
Frauen auf dem Laufsteg. Und der Modeindustrie wurden auch noch eine
andere Art von Tests empfohlen.
Eine Expertenkommission der britischen Modeindustrie will Jugendliche erst ab 16 Jahren auf den Laufsteg lassen und die Models vorher auf Essstörungen hin untersuchen lassen. Der von den Veranstaltern der Londoner Modenschau Fashion Week vorgestellte Bericht geht jedoch nicht soweit, den Ausschluss von Frauen mit Essstörungen vorzuschlagen. Modenschauen in Madrid und Mailand haben zu dünne Models im vergangenen Jahr von den Laufstegen verbannt, da ihnen vorgeworfen wurde, ungesunde Schönheitsideale zu fördern.
Der Bericht des British Fashion Councils wurde von Modedesignern und Spezialisten für Essstörungen erarbeitet, hat allerdings bislang nur Empfehlungscharakter. Die Agenturen sollen ihre Models künftig von akkreditierten Ärzten auf Essstörungen hin untersuchen lassen müssen. Zusätzlich sollen hinter den Laufstegen öfter überraschende Drogentests durchgeführt werden. Bis zu 40 Prozent der Models litten an Essstörungen, in der Gesamtbevölkerung seien es nur etwa drei Prozent, heißt es in dem Bericht.

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