Heute weiß man, dass für die Entstehung der Magersucht eine erbliche Komponente und verschiedenene Umweltfaktoren nötig sind. Generell tritt die Krankheit bei Frauen in westlichen Gesellschaften gehäuft auf.
Die Zwillingsforschung hat eindeutig eine familiäre Häufung der Erkrankung nachgewiesen, die genauen Gene konnten allerdings noch nicht gefunden werden. Die Forschung konzentriert sich zur Zeit besonders auf Gene, die im Zusammenhang mit dem Neurotransmitter-Systems von Serotonin stehen.
Hinzu kommen eine Reihe von individuellen Umweltfaktoren. Allgemein
sind dies Erfahrungen, die die überwiegend jungen weiblichen Patienten
besonders auf ihr Aussehen und Gewicht sensibilisieren. Dies können
kritische Kommentare von Familie und Freunden über das Essverhalten,
Gewicht, etc. sein. Der kulturelle Druck auf Frauen schlank zu sein
gehört auch in diesen Zusammenhang (Schönheitsideal). Eine Diät ist daher häufig ein Einstieg in diese Erkrankung.
Ein ungünstiges Elternhaus („adverse parenting“) spielt ebenfalls eine
Rolle, besonders schwerwiegend sind hierbei geringer Kontakt, hohe
Erwartungen (Vermaschung) und Zwist zwischen den Elternteilen. Auch schwere psychische Traumatisierungen, wie z.B. sexueller Missbrauch in der Vorgeschichte, sind manchmal zu finden.
Ein schwaches Selbstbewusstsein und Perfektionismus sind Persönlichkeitszüge, die häufig schon vor Ausbruch der Erkrankung vorhanden sind.
Das Zusammenwirken all dieser Faktoren nennt sich „psychobiologisch-soziales Modell“ [5].Externer Link: Anorexia-Nervosa
Tags: krankheitsentstehung
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Letzte Änderung des Artikels: 2007-07-02 23:10
Verfasser des Artikels: admin
Revision: 1.90
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